Zur Eröffnung am 15. März 2026 um 15 Uhr sind Sie herzlich eingeladen.
Was tun?
Das ist eine gute Frage! – Besonders eine, die man sich als junger Künstler erst einmal stellen muss. Und so ist es spannend zu sehen, mit welchen Fragen sich Thomas Eller vor vierzig Jahren beschäftigt hat. Die meisten seiner „Objektiven Selbst-Portraits“ lagen seit Jahrzehnten unter den Dächern der Kunstmühle in Mürsbach und verlangten nach Aufmerksamkeit.
„Was tun?“ ist ein utopisch-sozialistischer Roman des russischen Philosophen und revolutionären Demokraten Nikolai Gawrilowitsch Tschernyschewski (1828–1889), der 1863 veröffentlicht wurde. Anders als das gleichnamige Traktat Lenins aus dem Jahr 1912 beschäftigte sich Tschernyschewski nicht vordergründig mit der Kollektivierung sondern stellte die Frage, wie man als Einzelner die Welt verändern kann und suchte Lösung in der Neujustierung jeder Person in Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Seine Dissertation “Die ästhetischen Beziehungen der Kunst zur Wirklichkeit”, 1855 legte dazu die Grundlagen in der Entwicklung eines “neuen Menschen”.
Die “Objektiven Selbst-Portraits” entstanden zwischen 1986 und 1990, einer Zeit in der nach dem NATO-Doppelbeschluss, dem Waldsterben, Tschernobyl, Nullwachstum und No Future, die Welt schon einmal am Abgrund zu stehen schien. Damals wie heute waren es die alten Egos und Egoismen, die Destruktionsspiralen antrieben.
Thomas Ellers “Objektive Selbst-Portraits” sind allesamt große “kleine” Objekte aus dem unmittelbaren Lebensumfeld. Man braucht sie zum Arbeiten, Planen, Bauen und für die Kunst, das Spiel, oder den Genuss. In ihrer zu großen Kleinheit brechen sie mit jeder Dimension und machen den Betrachter kleiner als ihre Kleinheit. Dadurch stellt sich Frage nach dem ästhetischen Selbstverhältnis zur Welt und seiner Funktion darin. Thomas Ellers “Objektive Selbst-Portraits” stellen Ego-Positionen in Frage, versuchen aber einen Weg zu einem anderen Selbstverhältnis aufzuzeigen – sich selbst ins Verhältnis setzen und: Was tun!
Sam Rose, 2026
Что делать? – Was tun? – What is to be done? – 该怎么办? – Thomas Eller, Objektive Selbst-Portraits, 1986 - 1990
Zur Eröffnung am 15. März 2026 um 15 Uhr sind Sie herzlich eingeladen.
Was tun?
Das ist eine gute Frage! – Besonders eine, die man sich als junger Künstler erst einmal stellen muss. Und so ist es spannend zu sehen, mit welchen Fragen sich Thomas Eller vor vierzig Jahren beschäftigt hat. Die meisten seiner „Objektiven Selbst-Portraits“ lagen seit Jahrzehnten unter den Dächern der Kunstmühle in Mürsbach und verlangten nach Aufmerksamkeit.
„Was tun?“ ist ein utopisch-sozialistischer Roman des russischen Philosophen und revolutionären Demokraten Nikolai Gawrilowitsch Tschernyschewski (1828–1889), der 1863 veröffentlicht wurde. Anders als das gleichnamige Traktat Lenins aus dem Jahr 1912 beschäftigte sich Tschernyschewski nicht vordergründig mit der Kollektivierung sondern stellte die Frage, wie man als Einzelner die Welt verändern kann und suchte Lösung in der Neujustierung jeder Person in Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Seine Dissertation “Die ästhetischen Beziehungen der Kunst zur Wirklichkeit”, 1855 legte dazu die Grundlagen in der Entwicklung eines “neuen Menschen”.
Die “Objektiven Selbst-Portraits” entstanden zwischen 1986 und 1990, einer Zeit in der nach dem NATO-Doppelbeschluss, dem Waldsterben, Tschernobyl, Nullwachstum und No Future, die Welt schon einmal am Abgrund zu stehen schien. Damals wie heute waren es die alten Egos und Egoismen, die Destruktionsspiralen antrieben.
Thomas Ellers “Objektive Selbst-Portraits” sind allesamt große “kleine” Objekte aus dem unmittelbaren Lebensumfeld. Man braucht sie zum Arbeiten, Planen, Bauen und für die Kunst, das Spiel, oder den Genuss. In ihrer zu großen Kleinheit brechen sie mit jeder Dimension und machen den Betrachter kleiner als ihre Kleinheit. Dadurch stellt sich Frage nach dem ästhetischen Selbstverhältnis zur Welt und seiner Funktion darin. Thomas Ellers “Objektive Selbst-Portraits” stellen Ego-Positionen in Frage, versuchen aber einen Weg zu einem anderen Selbstverhältnis aufzuzeigen – sich selbst ins Verhältnis setzen und: Was tun!
Sam Rose, 2026